Helmut Eschwege: Jude, Humanist und rebellischer Denker
Helmut Eschwege (1913–1992) zählt zu den bedeutendsten jüdischen Historikern der DDR und ist heute dennoch weitgehend vergessen. Bereits 1959 verfasste er eine der ersten umfassenden Darstellungen der Shoah in deutscher Sprache. In der DDR konnten seine Arbeiten jedoch nur in zensierter Form erscheinen.
Der Historiker Dr. Martin Jander zeichnet Leben und Werk Eschweges nach: von seiner Flucht nach Eretz Israel über seine wissenschaftliche Arbeit in Dresden bis zu seinem Einsatz für die Erinnerung an die Shoah und die Geschichte der Juden in Deutschland. Dabei zeigt er, weshalb Eschweges Denken bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat.
Vortrag: Martin Jander (Berlin)
Moderation: Alexandra Farkas Bandl (Leipzig)
10. September 2026, 19:00 Uhr
Kulturkaufhaus Tietz
Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz
Dr. Martin Jander ist Historiker und Lehrbeauftragter an der Freien Universität Berlin. Er forscht zur Geschichte der DDR und ihrer Opposition, zur deutsch-jüdischen Zeitgeschichte sowie zum internationalen Terrorismus.
Alexandra Farkas Bandl war 2022 bis 2026 Vorsitzende von TaMaR Germany e. V. Gemeinsam mit Hannah Sahl koordiniert sie das von TACHELES 2026 geförderte Projekt „Jüdische Perspektiven auf Zionismus in Sachsen: Geschichte und Gegenwart“.